Zeckenrekordjahr 2018: Erhöhtes Risiko für FSME und Borreliose

Forscher stellten für das Jahr 2018 einen Zeckenrekord fest. Für Süddeutschland berechneten sie 443 Zecken pro 100 Quadratmeter gegenüber etwa 180 Zecken im Vorjahr. Und die Zeckensaison ist noch nicht vorbei: Bis in das Spätjahr sind die Parasiten aktiv, und Erkrankungen können sich erst Wochen nach dem Stich bemerkbar machen.

„Mehr Zecken in der Natur gehen auch mit einem erhöhten Risiko einher, von einer Zecke gestochen zu werden und an FSME oder Borreliose zu erkranken. Nach dem Aufenthalt im Freien ist es deshalb wichtig, den Körper abzusuchen und evtl. vorhandene Zecken rasch zu entfernen. Je länger die Spinnentiere am Körper haften, desto höher ist das Risiko, dass sie Erreger weitergeben können“, warnt Dr. Hermann Josef Kahl, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Etwa jede vierte Zecke trägt Borrelien in sich, egal in welchem Teil Deutschlands. Mit dem FSME-Virus sind je nach Region 3 % bis manchmal sogar 30 % der Zecken infiziert. Risikogebiete liegen vor allem in Süddeutschland, doch in den vergangenen zehn Jahren war eine deutliche Ausbreitung nach Norden zu beobachten. Am häufigsten kommen Betroffene bei Freizeitaktivitäten mit Zecken in Kontakt. „Gegen FSME gibt es eine Impfung, nicht aber gegen Borrelien. Diese müssen rechtzeitig mit Antibiotika behandelt werden. Helle Kleidung hilft, Zecken rasch zu entdecken. Langärmelige Oberbekleidung, die auch den Kopf und die Nackengegend schützt, und festes Schuhwerk machen es Zecken schwer. Stülpt man die Socken über die Hose, können die Tiere nicht so leicht an die Beine gelangen“, so Dr. Kahl.

Eine FSME-Erkrankung äußert sich häufig etwa zehn Tage nach der Infektion ähnlich wie ein grippaler Infekt mit Fieber und Kopfschmerzen. Schwere Verläufe mit Lähmungserscheinungen, Gleichgewichtsstörungen oder lebensgefährlicher Gehirn(haut)entzündung sind selten, haben aber in den vergangenen Jahren zugenommen. Eine Borrelioseinfektion macht sich meist nach etwa einer bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich mit einer typischen rötlich-bläulichen Hautverfärbung (Erythema migrans oder Wanderröte) an der Stichstelle bemerkbar, die sich ringförmig ausbreitet und einen Durchmesser von bis zu 20 cm erreichen kann sowie in der Mitte verblasst. Später können Fieber, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen auftreten. Ein Befall von Nerven zeigt sich nach Monaten z. B. mit Schmerzen, neurologischen Ausfällen und einer Gesichtslähmung. Monate bis Jahre später können die Bakterien die Gelenke befallen.

Quelle: https://www.kinderaerzte-im-netz.de

Foto: © Stoney79 - Fotolia

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