Zecken: richtig schützen und entfernen

Bis in den späten Herbst treiben Zecken ihr Unwesen. Sie sitzen an Grashalmen und Sträuchern und lassen sich von Mensch und Tier abstreifen. Als Überträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose sind die kleinen Parasiten gefürchtet. Während die FSME weitgehend auf süddeutsche Regionen begrenzt ist, kommt die durch Zecken übertragene Borreliose bundesweit vor.

Zecken stechen bevorzugt an eher geschützten Stellen wie Kopf, Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Kniekehlen, Leisten- oder Genitalbereich sowie unter Armbändern oder eng anliegender Kleidung. Zum Schutz eignen sich bei Waldausflügen lange Kleidung, das Meiden von Unterholz und hohen Gräsern sowie das nachfolgende Absuchen des Körpers nach Zecken. Insektenschutzmittel scheinen hingegen wenig wirksam zu sein.

Zecken stechen nicht sofort, sondern krabbeln auf der Suche nach der richtigen Stelle über Stunden auf dem Wirt herum. Wer seinen Körper nach dem Spaziergang also aufmerksam absucht, entdeckt die Zecke mit Glück schon, bevor sie festsitzt. „Nach einem Einstich dauert es nach derzeitigem Kenntnisstand bis zu 1 bis 2 Tagen, bis Borrelien übertragen werden. (...) Die Übertragung von FSME-Viren erfolgt dagegen schon innerhalb kurzer Zeit nach dem Stich“, so das Robert Koch-Institut. Daher sei es überaus sinnvoll, den Körper zumindest abends gründlich nach Zecken abzusuchen und diese sogleich zu entfernen. Das Tier dazu nicht mit Öl oder Klebstoff beträufeln oder quetschen, weil es sonst verstärkt seine Körperinhalte und damit Infektionserreger abgibt. Stattdessen die Zecke mit einer Pinzette oder einer Zeckenkarte nahe der Hautoberfläche, also an ihren Mundwerkzeugen, nach oben herausziehen. Achten Sie darauf, dass möglichst keine Bestandteile der Zecke verbleiben und desinfizieren Sie nach Entfernung die Wunde sorgfältig.

FSME und Borreliose erkennen

1–5 % der Zecken sind in Risikogebieten Wirte von FSME-Viren. Eine FSME-Infektion bleibt häufig symptomlos oder ähnelt einer Grippe (Fieber, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl). In etwa 10 % der Erkrankungsfälle ist das Gehirn mitbetroffen (z. B. mit Übelkeit, Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen, Lähmungen, selten mit chronischem Verlauf), in wiederum etwa 1 % dieser Fälle mit tödlichem Ausgang. Bei jährlich rund 300 gemeldeten Erkrankungsfällen in Deutschland ist demnach das Risiko einer gefährlichen FSME-Infektion für die Bevölkerung extrem gering.

Ein Anzeichen für Borreliose – man spricht auch von Lyme-Borreliose – ist die sogenannte Wanderröte: Nach einigen Tagen oder Wochen zeigt sich ein roter Fleck um die Einstichstelle, der ringförmig anwächst. In diesem Fall sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Bestätigt dieser die Infektion, kommen Antibiotika zum Einsatz. Damit ersparen Sie sich womöglich weitere Symptome wie Nervenschmerzen, Fieber, Kopf-, Muskel- oder Gelenkbeschwerden, die ohne Behandlung zum Teil bestehen bleiben können. Leider kündigt sich nicht jede Borreliose durch Wanderröte an.

Foto: Fotolia, Halfpoint

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