Zecken: Jetzt wieder schützen

Zecken sind nicht nur lästig, sondern übertragen auch Infektionskrankheiten, die das Nervensystem angreifen können. Während die Borreliose in ganz Europa auftritt (je nach Gebiet sind 6–35 % der Zecken infiziert), beschränkte sich FSME bislang weitgehend auf Süddeutschland und Osteuropa (0,1– 5 % der Zecken infiziert). Mittlerweile treten jedoch in fast allen deutschen Bundesländern FSME-Fälle auf. So wurden z. B. in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2018 13 Fälle gemeldet (Deutschland: 583). Die Dunkelziffer liegt bei einem Vielfachen dieses Werts.

Borreliose zeigt sich häufig durch eine dunkelrote Hautfärbung rund um die Einstichstelle innerhalb weniger Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich, oft begleitet von grippalen Symptomen. Nach einigen Monaten können (meist vorübergehende) Nervenstörungen wie Kribbeln oder Lähmungen folgen.

Nach einer FSME-Infektion treten bei rund 30 % der Betroffenen grippeähnliche Symptome mit mäßigem Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühl auf. Nach einem fieberfreien Intervall von etwa 7–20 Tagen entsteht in ca. 10 % der Fälle eine Meningoenzephalitis (Hirnhaut- und Gehirnentzündung). Bei 1–2 % davon führt die Erkrankung zum Tod.

Während Borreliose durch Antibiotika behandelt werden kann (eine Impfung gibt es bislang nicht), hilft gegen FSME nur die Impfung. Für einen kompletten FSME-Impfschutz sind drei Impfungen innerhalb eines Jahres erforderlich. Eine erste Auffrischungsimpfung erfolgt nach drei Jahren, weitere alle fünf Jahre. Die Impfung zählt allerdings nur in den Risikogebieten in südlichen Landesteilen zu den gesetzlichen Leistungen.

Außerdem empfehlen Experten folgende Maßnahmen gegen Zeckenstiche:

  • Keine bodennahen Gräser und Blätter streifen, da sich die Zecken von deren Blattenden abstreifen lassen (sie fallen nicht, wie früher behauptet, vom Baum).
  • Nach Aufenthalt in Wald, Wiese, Feld oder Garten oder Kontakt mit „Draußen-Haustieren“ Kleidung und Körper auf Zecken absuchen und sie mit Flamme oder heißem Wasser abtöten.
  • geschlossene, lange Kleidung und festes Schuhwerk bei Aufenthalt im Grünen
  • bei einem hartnäckigen roten Hautfleck, der sich in Größe und Form verändert, einen Arzt aufsuchen
  • festsitzende Zecken innerhalb von zwölf Stunden nach dem Stich entfernen (geringes Infektionsrisiko), dazu das Tier vorsichtig mit einer Pinzette herausziehen und mit Hitze töten, da es sonst Monate überleben und erneut stechen kann

Quelle: www.text-gesundheit.de

Foto: Michael Tieck, AdobeStock

Zurück