Vitaminpillen nutzlos gegen Schlaganfall und Herzinfarkt

Jeder vierte deutsche Verbraucher schluckt regelmäßig vitamin- und mineralstoffhaltige Nahrungsergänzungsmittel, mit einem Jahresumsatz von 1,1 Mrd. €. Sie sollen Immunsystem und Stoffwechsel ankurbeln und Krankheiten reduzieren. Eine aktuelle Studie fand jedoch keinen Hinweis darauf. Die Übersichtsstudie an der University of Alabama in Birmingham mit mehr als zwei Millionen Teilnehmern untersuchte die Wirkung von Vitaminpräparaten auf die Sterblichkeit und Häufigkeit von Schlaganfall und Herzkrankheiten. „Verbraucher sollten ihr Geld deshalb lieber in einen Sportverein investieren und auf eine gesunde Ernährung achten“, raten Experten der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG).

„Das Ergebnis ist ernüchternd und lautet, dass es keinen Nutzen einer solchen Maßnahme für die Gesamtbevölkerung gibt“, sagt Prof. Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Zudem wären Antioxidantien laut einer weiteren Studie nicht nur nutzlos, sondern würden auch die Sterblichkeit erhöhen.

„Von diesen Pillen profitieren nur Hersteller und Verkäufer. Es ist hingegen eindeutig erwiesen, dass Salat, Obst und Gemüse Gefäßerkrankungen entgegenwirken“, fasst der 1. Vorsitzende der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), Professor Dr. Armin Grau, zusammen.

Quelle: www.dgn.org

Foto: © Andrzej Tokarski - stock.adobe

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