Tolle Knolle: Die Kartoffel

Als im 16. Jahrhundert die Kartoffel nach Europa gelangte, kam es zunächst zu Vergiftungen, weil das giftige grüne Kraut des Nachtschattengewächses verzehrt wurde. Doch als man herausfand, dass es sich bei der Knolle um ein verträgliches und vielseitiges Grundnahrungsmittel handelt, verbreiteten sich die „Erdäpfel“ in Windeseile. Damit war auch eine ideale Winterkost entdeckt: Kartoffeln lassen sich über Monate lagern und können als einziges Nahrungsmittel den Menschen mit allen benötigten Nährstoffen versorgen.

Mehr Vitamin C als Äpfel und Pfirsiche

Mit hohen Mengen Kalium, Magnesium und Phosphor bei wenig Natrium und Kalzium leisten Kartoffeln einen wichtigen Beitrag zum Mineralstoffhaushalt. Die 14 % Stärke liefern direkt verwertbare Energie, machen aber bei nur 73 kcal/100 g nicht dick. Ballaststoffe unterstützen den Darm. Mit ihrem hohen Gehalt an essenziellen Aminosäuren ist die Kartoffel außerdem die beste pflanzliche Eiweißquelle, und dies praktisch schadstofffrei. Mit 15 mg pro 100 g liegt der Vitamin-C-Gehalt auch nach dem Kochen noch über dem Apfel oder Pfirsich. Auch B-Vitamine, Zink und Eisen sind in nennenswerten Mengen enthalten.

Sortenvielfalt von Sieglinde bis Bamberger Hörnchen

Vom Bamberger Hörnchen bis zum Rosa Tannenzapfen: Die Kartoffel zeigt sich mit über 450 Sorten bereits in Europa in mehr Varianten, als die meisten ahnen – ob violett, blau, gelb, braun oder rot, spindelförmig, oval oder rund, mango- oder pflaumengroß, mehlig- oder festkochend, würzig, nussig oder süßlich. Die Süßkartoffel zählt allerdings nicht zu den Kartoffeln.

Frühe oder späte Ernte, fest- oder mehlig kochend?

Festkochende, meist frühe, Sorten werden insbesondere für Pell- und Bratkartoffeln und Kartoffelsalat verwendet. Aufgrund ihres geringeren Stärkegehalts platzen sie beim Kochen nicht auf und behalten damit eher ihre Form und Festigkeit. Mehlig kochende, meist späte, Sorten springen hingegen beim Kochen auf und eignen sich gut für Suppen, Püree oder Knödel. Vorwiegend festkochende Sorten verbinden beide Eigenschaften. Die Kocheigenschaften werden international mit den Buchstaben A (fest) bis D (mehlig) bezeichnet.

Kleiner Qualitätscheck

Schneiden Sie eine Kartoffel in zwei Hälften und reiben Sie diese aneinander. Dabei sollten sie zusammenkleben und an den Rändern etwas Schaum bilden. Auch darf beim Drücken auf die Hälften kein Wasser austreten. Beim Kochen sollten die Kartoffeln gleichmäßig weich werden und ihren typischen, angenehmen Geschmack und Geruch entfalten.

Gesund zubereiten: Pellkartoffeln statt Pommes

Ob Eintopf, Gratin, Püree, Salat, Gnocchi, Suppe, Schupfnudeln, Knödel, Pell-, Ofen-, Back- oder Bratkartoffeln: Die Knolle lässt sich so vielseitig verwenden wie kein anderes Gemüse. Dabei sollten Brat- oder Frittiervarianten die Ausnahme darstellen: Kroketten enthalten im Schnitt 7 %, Rösti und Bratkartoffeln 8 %, Kartoffelpuffer 9 %, Pommes frites 20 % und Kartoffelchips 40 % Fett! Mehr Nährstoffe und Aromen bleiben übrigens erhalten, wenn Sie Kartoffeln mit Schale kochen oder besser: dünsten. Triebe und grüne Stellen aufgrund der Giftstoffe vorher entfernen.

Richtig lagern: Im Keller Monate frisch

Halten Sie Licht, Wärme und Plastikfolie von Kartoffeln fern und lagern Sie sie luftig an einem dunklen, kühlen Ort (ideal bei 4–6 °C, aber nicht im Kühlschrank), z. B. in einem Korb oder einer Holzkiste im Keller. Späte Kartoffeln halten sich länger als frühe. Anhaftende Erde macht die Knolle haltbarer. Bei Licht bildet sie hingegen grüne Stellen, keimt aus und verliert an Inhaltsstoffen, unter Luftausschluss schwitzt sie und in der Küchenwärme verdirbt sie nach 2–4 Wochen. Vermeiden Sie Temperaturen unter 3 °C, da der Geschmack dann süß wird. Am besten kaufen Sie größere Mengen beim Hofladen oder anderen Direktanbietern.

Quelle: www-text-gesundheit.de

Foto: © New Africa - stock.adobe

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