Sichtbar und sicher durch den Winter

Wenig Tageslicht, schlechte Sicht und längere Bremswege erfordern in den Wintermonaten besondere Vorsicht im Straßenverkehr, erklärt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Sind Sie zu Fuß unterwegs? Dann müssen Sie davon ausgehen, dass andere Verkehrsteilnehmer sie bei Dunkelheit oder schlechter Sicht später oder gar nicht sehen. Dagegen hilft helle Kleidung mit reflektierenden Elementen. Überqueren Sie die Fahrbahn nur an Ampeln, Zebrastreifen und Mittelinseln. Ist das nicht möglich, sollten Sie vor der Überquerung gut zu sehen sein und nicht zwischen Sichthindernissen stehen. Sofern kein Gehweg vorhanden ist, gehen Sie immer links am Fahrbahnrand. Schuhe mit rutschfesten Profilsohlen bieten nicht nur beim Gehen sicheren Halt, sondern auch beim Ein- und Aussteigen in öffentliche Verkehrsmitten oder auf Treppen.

Mit reflektierender Kleidung bis zu 150 m sichtbar

Autofahrer nehmen dunkel gekleidete Personen in der Dunkelheit erst bei einem Abstand unter 25 m wahr. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h beträgt der Anhalteweg (Brems- und Reaktionsweg) jedoch bereits bei trockener Fahrbahn fast 30 m. Helle Kleidung ist im Scheinwerferkegel hingegen bis zu 40 m weit sichtbar, Reflektoren bis zu 150 m! Wenn Sie Letztere selbst an Ihrer Kleidung anbringen, denken Sie besonders an die Beine: Autoscheinwerfer strahlen immer zuerst den unteren Körper an.

Fahrradfahrer: sehen und gesehen werden

Überprüfen Sie regelmäßig die Beleuchtung und Reflektoren an Ihrem Fahrrad. Nach der Straßenverkehrszulassungsordnung zählen dazu: ein weißer Frontscheinwerfer und Reflektor vorn, Rücklicht und Reflektor (rot) hinten sowie gelbe Reflektoren an Pedalen und Speichen (jeweils zwei pro Laufrad). Schalten Sie bereits bei Dämmerlicht das Licht ein. Nicht zu vergessen: Ein Fahrradhelm kann die Folgen eines Unfalls wesentlich abmildern. Wer den täglichen Weg zur Arbeit oder Universität mit dem Fahrrad zurücklegt, ist nach Angaben von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen für diese Strecke gesetzlich unfallversichert. Dies gilt auch für Umwege, die aus Gründen der Sicherheit gewählt werden.

Autofahrer: erst checken, dann starten

Sorgen Sie vor der Fahrt für eine gute Rundumsicht und kratzen Sie vereiste Fensterscheiben vollständig frei. Falls sich auf dem Dach eine Schneehaube oder Eisdecke gebildet hat, entfernen Sie diese vor dem Start. Sie können sich sonst unterwegs lösen, ihre Sicht behindern oder andere Verkehrsteilnehmer verletzen. Die Scheibenwischer dürfen keine Schlieren hinterlassen.

Auch die Scheinwerfer müssen schmutzfrei sein und einwandfrei funktionieren. Das Abblendlicht sollten Sie bei schlechter Sicht auch tagsüber einschalten. Nebelscheinwerfer dürfen bei Sichtbehinderungen wie Nebel oder starkem Niederschlag eingeschaltet werden, die Nebelschlussleuchte dagegen nur bei nebelbedingten Sichtweiten unter 50 m.

Passen Sie Ihre Geschwindigkeit an die Sicht-, Witterungs- und Straßenverhältnisse an und halten Sie einen größeren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Auf Brücken und schattigen Abschnitten besteht erhöhte Frostgefahr, besonders zwischen 17 und 10 Uhr. Wenn Sie von vorneherein etwas mehr Wegzeit einkalkulieren, sind Sie „mit Sicherheit“ entspannter und stressfreier unterwegs.

Foto: © © David.Sch - stock.adobe

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