Selbstcheck: Wie gesund ist Ihr Herz?

Rund 100.000 Mal schlägt das Herz jeden Tag und pumpt damit unsere 5–6 l Blut über tausend Mal durch den Körper. Es ist damit der ausdauerndste aller Muskeln. Doch Risikofaktoren wie Übergewicht oder Bewegungsmangel können ihm zusetzen. Wie steht es um Ihre Herzgesundheit?

Wurde bei Ihnen in den letzten Jahren mehrfach ein erhöhter Blutdruck (erster Wert über 135 oder zweiter Wert über 85) gemessen?
nein 0
ja, zwischen 135/85 und 160/100 bzw. Werte nicht bekannt 2
ja, 160/100 oder höher 3

Wie alt sind Sie?
unter 50 Jahren 0
zwischen 50 und 70 Jahren 1
älter als 70 Jahren 2

Bewegen Sie sich regelmäßig im Alltag (ausgenommen Sport), z. B. Rad- und Fußwege, Bewegung im Beruf?
häufig 0
manchmal 1
selten 2

Wie oft treiben Sie wöchentlich mindestens 45 Minuten Sport oder bewegen sich mindestens 90 Minuten intensiv (z. B. wandern, Gartenarbeit, Handwerk)?
weniger als 1-mal 2
1- bis 2-mal 1
öfter 0

Rauchen Sie?
nein 0
1–5 Zigaretten täglich 1
mehr 2

Leiden Sie an Diabetes mellitus?
nein 0
ja/seit Jahren keine Messung 1
ja, mit Insulintherapie 2

Welchen BMI haben Sie (Körpergewicht in kg dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in m)?
über 30 2
25–30 1
unter 25 0

Welchen Umfang hat Ihre Taille (Messung mit Maßband)?
über 88 cm (Frauen) bzw. 102 cm (Männer) 2
80–88 cm (Frauen) bzw. 94–102 cm (Männer) 1
weniger 0

Sind Eltern, Großeltern oder Geschwister vor ihrem 60. Lebensjahr am Herz erkrankt (einschließlich angeborener Herzfehler)?
nein 0
ja, in einem Fall 1
ja, in mehreren Fällen 2

Wie viele alkoholische Getränke trinken Sie im Durchschnitt pro Tag (entsprechend 0,4 l Bier, 0,2 l Wein oder 3 Gläsern Schnaps)?
0–1 0
2 1
mehr 2

Leiden Sie bei Bewegung unter Atemnot und evtl. Herzklopfen?
ja, auch bei leichter Anstrengung, z. B. spazieren gehen 3
ja, bei Belastung wie schnellem Treppensteigen oder schwerem Tragen 1
nein 0

Sind Ihre Unterschenkel oder Fußknöchel abends angeschwollen?
meistens bis immer 2
manchmal 1
selten bis nie 0

Leiden Sie nachts unter Atemnot, die sich bessert, wenn Sie sich aufrichten?
selten bis nie 0
manchmal 1
meistens bis immer 2

Im Folgenden sind Mehrfachnennungen möglich (jede zutrreffende Antwort ergibt einen Punkt):

Sie …
sind meistens angespannt
fühlen sich meistens über- oder unterfordert
finden nur selten erholsamen Schlaf
machen sich meistens Sorgen
stehen in einem langwierigen Konflikt
nehmen täglich verschreibungspflichtige Medikamente ein
ernähren sich gemüsearm
trinken häufig Limonade, Cola oder Fruchtsaft(-Getränke)

Sie leiden unter …
chronischer Bronchitis
Asthma bronchiale
Lungenemphysem (krankhaft erweiterter Lunge)
nächtlichem Husten
Schlafapnoe (Schnarchen mit nächtlichen Atemaussetzern)
chronischen Entzündungen (z. B. der Gelenke oder Organe)
häufigem nächtlichen Wasserlassen
Krampfadern
Harn-, Nieren- oder Gallensteinen
Depression
erhöhten Fett- oder Cholesterinwerten

Sie essen gerne …
süß
fettreich
salzig
Fleisch

Auswertung

0–4 Punkte: Ihr Ergebnis spricht für ein gesundes und leistungsfähiges Herz.

5–12 Punkte: Die meisten Antworten weisen auf eine gute Herzgesundheit hin. Doch sollten Sie anhand Ihrer Antworten prüfen, wie Sie ihr Herz weiter entlasten können.

13–21 Punkte: Ihr Herz muss mit einer Reihe von Belastungen fertig werden, die auf Dauer zu Störungen führen können. Wie steht es um Ihr Körpergewicht und Stressniveau, Bewegung, Ernährung und Suchtmittel?

22–32 Punkte: Ihr Ergebnis spricht für eine deutliche Herzbelastung, die Sie ärztlich abklären lassen sollten. Zugleich können Sie viel selbst tun, darunter regelmäßige Bewegung, Gewichtsnormalisierung, fester Tagesrhythmus, Ernährung mit frischen Nahrungsmitteln, Stressmanagement, Entspannung und Beziehungspflege.

Mehr als 32 Punkte: Die meisten Kriterien für ein überfordertes Herz treffen in Ihrem Fall zu. Daher sollten Sie gemeinsam mit einem Arzt Ursachen, mögliche Störungen und notwendige Maßnahmen abklären. Was Sie selbst dazu tun können, ersehen Sie aus den Fragen und dem folgenden Infoteil.

Vier Säulen der Herzgesundheit

Herzerkrankungen sind heute für jeden vierten Todesfall verantwortlich. Dabei können u. a. angeborene Belastungen oder frühere bakterielle Infektionen eine Rolle spielen. Meist sind jedoch Bewegungsmangel, fett- und fleischreiche Ernährung, Alkohol und/oder Rauchen ursächlich beteiligt. Die gute Nachricht: Bereits wenige alltägliche Maßnahmen reduzieren das Herzrisiko um etwa 90 %.

1. Das Herz braucht insbesondere regelmäßige, alltägliche Bewegung. Tägliche Wegstrecken oder körperliche Arbeit sind dazu ebenso geeignet wie Ganzkörpersportarten, darunter Fitnesstraining, Schwimmen, Nordic Walking, Klettern, Wandern oder Crosstrainer.

2. Die zweite Säule der Herzgesundheit bildet eine gemüsereiche, leichte Ernährung. Denn überschüssiges Nahrungsfett, Alkohol (Umbau im Körper zu Fett), zu viel rotes Fleisch und grundsätzlich alle überschüssigen Kalorien, die wir aufnehmen, sorgen für Übergewicht, Arteriosklerose, Bluthochdruck und Diabetes – die vier größten Herzfeinde.

3. Das Herz wird durch unser vegetatives Nervensystem gesteuert. Fühlen wir uns allein, missachtet, bedürftig, wütend, ängstlich oder unter Druck, läuft es auf Hochtouren und altert schneller. Somit sind Entspannung und Regenerationsphasen angezeigt.

4. Die vierte Säule der Herzgesundheit ist schnell beschrieben: Nicht rauchen.

Quelle:
Der große Gesundheits-Selbstcheck
60 einfache und bewährte Selbsttests. Mit Strategien für ein gesundes Leben.
Christian Zehenter
humboldt-Verlag

Foto: © PMDesign - stock.adobe

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