Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen

Ob Chlamydien, HPV, Tripper, Syphilis oder HIV: Sexuell übertragbare Krankheiten (STI) sind keineswegs Geschichte. Weltweit stecken sich jeden Tag ungefähr eine Million Menschen damit an. Die Kampagne www.liebesleben.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weist daher mit Fragen wie „Zeit für Zärtlichkeit?“, „Nur das Eine im Kopf“ oder „Urlaubsflirt?“ auf Situationen hin, in denen Kondome als Schutz unbedingt notwendig sind. Weitere Motive wie „Juckt’s im Schritt?“ machen auf mögliche Symptome von weiteren sexuell übertragbaren Infektionen aufmerksam.

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA: „Wichtig ist nach wie vor, Neuinfektionen mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen zu verhindern. Hierzu müssen alle sexuell aktiven Menschen, insbesondere auch Jüngere, erreicht und informiert werden.“

HIV-Infektionen sind in den vergangenen Jahren in Deutschland leicht zurückgegangen: So haben sich im Jahr 2017 nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts etwa 2.700 Menschen mit HIV neu infiziert, 200 weniger als im Vorjahr. Hingegen stiegen die Zahlen bei anderen Infektionen wie Syphilis an. Umfrageergebnisse zeigen: Selbst wenn Menschen glauben, sich mit einer STI angesteckt zu haben, gehen viele nicht zum Arzt. Ein Grund dafür ist, dass Symptome oft nicht mit einer STI in Verbindung gebracht werden. Scham und Ängste vor einem Gespräch über das häufig noch immer mit Tabus behaftete Thema STI sind weitere Hinderungsgründe.

Auch wenn Menschen bestimmter Herkunft, homosexueller Orientierung und mit mehreren Sexualpartnern verstärkt betroffen sind, kann sich grundsätzlich jeder mit STI anstecken. Anzeichen dafür können sein:

  • Ausfluss aus Penis, Scheide oder After
  • Bläschen, Geschwüre oder kleine Warzen an Genitalien, Po oder Mund
  • Schmerzen und Schwellungen an den Genitalien
  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Sex
  • geschwollene Lymphknoten (kleine Verdickungen unter der Haut) in der Leiste
  • ungewöhnliche Zwischenblutungen bei Frauen

Unbehandelt können die Keime im Körper verbleiben, auf andere Menschen übergehen und unter anderem chronische Unterleibsentzündungen, Unfruchtbarkeit oder im Fall von HPV Gebärmutterhalskrebs verursachen. Infektionen wie Syphilis oder HIV können auch den ganzen Körper betreffen.

Die wichtigste aller Maßnahmen setzt vorher an: die Verwendung eines Kondoms, auch beim Oralsex und beim Teilen von Sexspielzeug. Denn STI führen aber nicht immer zu offensichtlichen Beschwerden. Viele Menschen wissen deshalb nichts von ihrer Infektion (oder der ihres Partners) und geben sie unwissentlich an andere weiter.

Quellen: www.liebesleben.de, www.fkm-verlag.de

Foto: Pandora Studio/Stock Adobe

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