Rückgang der HIV-Neuinfektionen

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember hat das Robert Koch-Institut neue Zahlen zum HIV-/AIDS-Geschehen in Deutschland veröffentlicht. Im Jahr 2017 haben sich demnach etwa 2.700 Menschen in Deutschland mit HIV infiziert, die Zahl der Neuinfektionen ist damit gegenüber 2016 (2.900 Neuinfektionen) um rund 7 % gesunken.

„Dank der erfolgreichen Präventionsarbeit und der guten Behandlungsmöglichkeiten gehört Deutschland bereits zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa. Aber der Kampf gegen HIV und AIDS ist damit noch lange nicht vorbei. Wir wollen die Zahl der Neuinfektionen weiter senken! Deswegen haben wir den Verkauf von HIV-Selbsttests freigegeben. Und deswegen haben wir die Kassen verpflichtet, den medikamentösen Schutz gegen eine Infektion (PrEP) für Menschen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko zu übernehmen. Deutschland will seinen Beitrag leisten, HIV und AIDS endgültig zu besiegen“, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Sobald durch die Therapie eine stabile Absenkung der Viruslast erfolgt ist, werden keine Übertragungen mehr beobachtet. In Deutschland gibt es jedoch geschätzt 11.400 Menschen mit HIV, die nicht wissen, dass sie infiziert sind. Bleibt die Infektion über Jahre unbehandelt, entwickelt sich AIDS. Dies kann zu Komplikationen bei der Behandlung, langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie einer sinkenden Lebenserwartung führen. Beim Auftreten sogenannter HIV-Indikatorerkrankungen, etwa einer Tuberkulose oder einer durch Pilze verursachten Pneumonie, sollte daher generell ein HIV-Test durchgeführt werden.

Insgesamt lebten Ende 2017 etwa 86.100 Menschen mit HIV in Deutschland. Die größte Betroffenengruppe sind mit 53.000 nach wie vor Männer, die Sex mit Männern haben, außerdem 11.000 heterosexuelle Männer und Frauen und etwa 8.100 intravenös spritzende Drogengebrauchende.

Die detaillierten Daten sind im Epidemiologischen Bulletin 47/2018 veröffentlicht.

Quelle: www.bundesgesundheitsministerium.de

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