Nahrungsergänzungsmittel: „Mit Vorsicht genießen“

An Nahrungsergänzungsmitteln scheiden sich die Geister. Sind sie nützlich oder kann man auf die Nahrungsergänzung getrost verzichten?

Zunächst muss erst definiert sein, worum es sich bei dieser Produktgruppe überhaupt handelt: um Lebensmittel, die Nährstoffe in konzentrierter Form enthalten und in Kapseln, Ampullen oder Tabletten dosiert sind. Ein für den Verbraucher erzielbarer Nutzen ist nicht vorgeschrieben.

„Viele als Nahrungsergänzungsmittel angebotene Produkte sind eigentlich keine“, erklärte Professor Dr. Hahn, der an der Leibniz Universität Hannover das Institut für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung leitet. Das liegt nicht nur daran, dass sie die gesetzliche Definition nicht erfüllen: „Für viele Stoffe gibt es nur wenig Daten, die den etablierten wissenschaftlichen Kriterien genügen“, sagt Hahn. Viele Inhaltsstoffe können physiologisch nicht alleine betrachtet werden oder ihre Wirkung ist nicht ausreichend belegt. Verbraucher konsumieren Nahrungsergänzungsmittel daher eher auf Verdacht.

Das Motto „Viel hilft viel“ kann dabei zu Überdosierungen führen. Nahrungsergänzung kann hingegen sinnvoll sein bei erhöhtem Bedarf, zum Ausgleich einer unzureichenden Zufuhr oder zur Vorbeugung, zum Beispiel in der Schwangerschaft. Generell geht es aber allenfalls um den Ausgleich eines Defizits: „Im Einzelfall weiß ich gar nicht, was ich ergänzen muss“, erläutert Hahn und betont, dass sich ausgewogene Ernährung nicht ersetzen lässt: „Nahrungsergänzungsmittel sind keine Nahrungsersatzmittel.“

Quelle: Regina Bartel, www.bzfe.de

Foto: © Heike Rau - stock.adobe

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