Mittagsschlaf statt Leistungsmarathon

Mittags lässt bei 80 % der Menschen die Leistungsfähigkeit merklich nach, sie werden müde und unkonzentriert. Daher ist ein Mittagsschlaf in Ländern wie China und Japan fest im Tagesablauf verankert und findet auch in Europa immer mehr Anhänger – man spricht dort von Powernapping. Denn wer ständig – meist unter Einsatz von Kaffee – durcharbeitet, entwickelt bald Stresssymptome, Konzentrationsprobleme und evtl. chronische Krankheiten.

Ein Mittagsschlaf schafft hingegen Entlastung: Blutzucker, Blutdruck, Puls, Blutfette, Muskelspannung und Gefäßkontraktionen gehen zurück, Gedanken, Gefühle und Erinnerungen ordnen sich. Magen und Darm arbeiten besser, die Peripherie und innere Organe werden mit mehr Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, Muskelverspannungen lösen sich. So lag der Blutdruck von Testpersonen bei regelmäßigem Mittagsschlaf 5 % unter dem Durchschnitt, was einer Senkung des Herzrisikos um ca. 30 % entspricht.

Wichtig: Ab etwa 30 Minuten beginnt die Tiefschlafphase, aus der man zunehmend schlaftrunken erwacht und schwer wieder in den Tagesrhythmus findet. Wer hingegen nur 15–30 Minuten schläft (evtl. mit Wecker), wird mühelos wieder wach und aktiv. Alternativ lässt sich der Tiefschlaf in etwa 90 Minuten „überschlafen“, was jedoch im normalen Arbeitsalltag nur selten zur Wahl steht.

Am besten baut man seinen Mittagsschlaf fest in den Tagesablauf ein. Denn der Körper liebt Regelmäßigkeit. Ein Bett ist dazu nicht erforderlich: Der leichte Kurzschlaf stellt sich sogar besser auf einer Liege, im bequemen Bürostuhl, in der Bahn oder mit dem Kopf auf den gekreuzten Armen am Schreibtisch ein – natürlich mit ausgeschalteten Geräten und „Bitte-Nicht-Stören-Schild“ an der Tür. Wer keinen Schlaf findet, kann auch entspannt dösen. Danach ausgiebig strecken, wippen oder kurz an die frische Luft gehen.

Quelle: www.text-gesundheit.de

Foto: contrastwerkstatt/Stock Adobe

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