Immer krank: Schon an Vitamin D gedacht?

Ob Erkältungen, Schmerzen, Müdigkeit, Haut- oder Blasenentzündungen: Für viele Menschen lösen sich Gesundheitsstörungen im Winterhalbjahr fast nahtlos ab. Meist machen die Betroffenen die Kälte dafür verantwortlich. Doch häufig fehlt ihnen einfach nur Vitamin D. Denn dieses wird überwiegend in sonnenbestrahlter Haut gebildet. Wer also im Winter wenig oder nur vermummt ins Freie geht, ist meist unterversorgt.

Der Begriff Vitamin D ist hierbei etwas irreführend, denn den Großteil davon stellt der Körper – anders als bei echten Vitaminen – selbst her: In der Darmschleimhaut und der Leber wird eine Vorstufe aus Cholesterin hergestellt und anschließend in der Haut mithilfe von UV-Strahlung in das aktive Vitamin D3 umgewandelt. Daher sollte man auch im Sommer nicht zu konsequent Sonnenschutzmittel zu verwenden: Ab Lichtschutzfaktor 15 wird die Vitamin-D-Produktion vollständig blockiert. Doch auch wenn das Sommerlicht meist ausreicht, wird die Versorgung im Winter knapp.

Immunsystem, Knochenstoffwechsel und Stimmung verbessern

Vitamin D stärkt Infektabwehr und Immunbalance. Vitamin D-Mangel begünstigt daher im Winter Erkältungen, Entzündungen und Husten. Doch auch bei Krankheiten wie Tuberkulose, Schuppenflechte oder Morbus Crohn hat Vitamin D aktuellen Studien zufolge eine positive Wirkung.

Eine wichtige Rolle spielt es außerdem für unsere Knochen. Bei Kindern kann Vitamin-D-Mangel zu einer Mineralisierungsstörung des Skeletts und somit zu verformbaren, weichen Knochen führen. Man spricht von einer Rachitis. Erwachsene leiden an einer Osteomalazie, bei der das Defizit zu Schmerzen des gesamten Skeletts führen kann. Ebenfalls kann ein Vitamin-D-Mangel zur Entstehung von Osteoporose im Alter beitragen. Hierbei bilden sich Knochenmasse und -struktur zurück, das Risiko für Knochenbrüche steigt.

Auch auf die Psyche hat Vitamin D einen positiven Effekt: Laut einer Studie kann die Vitamin-D-Einnahme die Symptome einer Winterdepression wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Lustlosigkeit reduzieren. Aktuelle Studien zeigen darüber hinaus, dass Vitamin D bei der Prävention von Krebserkrankungen, Herzinfarkten und anderen gesundheitlichen Problemen helfen kann.

So beugen Sie Vitamin D-Mangel vor

Um einen Mangel an Vitamin D auszuschließen, sollten Sie in der sonnenreichen Jahreszeit etwa 15 Minuten pro Tag Sonne tanken. Als Faustregel gilt: Wenn Sie leicht gebräunt sind (falls Ihr Teint das erlaubt), ist Ihr Vitamin-D-Spiegel normalerweise hoch genug. Übertreiben sollten Sie es mit dem Sonnenbaden natürlich nicht und Ihre Haut nach spätestens 20 Minuten mit einer Sonnencreme schützen. Ansonsten riskieren Sie langfristige Sonnenschäden und ganz akut einen Sonnenbrand.

Besonders aber im Winter sollten Sie jede Gelegenheit zum Sonnetanken nutzen: Radeln Sie zur Arbeit, gehen Sie in der Mittagspause ins Freie, und versuchen Sie – wenn es nicht zu kalt ist – Hände, Arme, Gesicht und Hals der direkten Sonneneinstrahlung auszusetzen.

Was bringen Vitamin D-Präparate?

Wenn Sie den Verdacht haben, unter Vitamin-D-Mangel zu leiden, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt sprechen. Er kann anhand von Blutuntersuchungen eine genaue Diagnose zu einem möglichen Mangel und dessen Ursachen stellen (der Richtwert liegt bei 50–250 nmol/l im Blutserum). Im Winter empfiehlt sich die Einnahme von mindestens 1 000 I.E. Vitamin D (entspricht 25 µg) täglich. Dies kann die Abwehrlage und allgemeine Verfassung im Fall eines Mangels spürbar verbessern.

Quelle: EAT SMARTER, Portal für ausgewogene Ernährung, Fitness und Gesundheit, www.eatsmarter.de

Foto: Dirima - stock.adobe.com

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