Immer bessere Chancen bei Herzschwäche

Herzschwäche ist heute die häufigste Ursache für stationäre Krankenhausaufenthalte. Mit 444.632 Fällen 2015 hat sich die Zahl, bezogen auf die Bevölkerung, seit 1995 fast verdoppelt. Die gute Nachricht: Dies liegt auch wesentlich an der Verbesserung der Therapie (Betroffene haben eine immer höhere Lebenserwartung), während die Zahl der Todesfälle seit Jahren rückläufig ist – von 82 pro 100.000 Einwohner im Jahr 1990 auf 55 im Jahr 2014. „Der Rückgang um 33 Prozent ist auf die Fortschritte in der Therapie der Herzschwäche zurückzuführen. Dazu gehören die lebensverlängernden Effekte der medikamentösen Therapie sowie die konsequente Umsetzung der Leitlinienempfehlungen in der Versorgung der Patienten mit Herzinsuffizienz“, so der Experte Prof. Dr. Georg Ertl (Würzburg). Unerklärlich ist bislang allerdings die um 71 % höhere Sterberate bei Frauen – die etwa gleich häufig von Herzinsuffizienz betroffen sind wie Männer.

Neben der Vergrößerung des geschwächten Herzens kommt es bei etwa jedem dritten Patienten zu einer Reizleitungsstörung, dem sogenannten Linksschenkelblock. In der Folge arbeiten die linke und rechte Herzhälfte nicht mehr synchron, was die Pumpkraft weiter schwächt. Zur Behandlung solcher Fälle werden jährlich in Deutschland über 20.000 Stimulationsgeräte (CRT) implantiert. „Wie Studien gezeigt haben, sind die CRT den herkömmlichen implantierbaren Defibrillatoren überlegen“, erklärt Prof. Dr. Norbert Frey (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel). „Die Einführung dieser auch in den Leitlinien empfohlenen Therapieform hat zu einer weiteren Verbesserung der therapeutischen Optionen bei Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz geführt.“

Mit nur 286 Herz- und Herz-Lungen-Transplantationen in ganz Deutschland wurde 2015 erneut ein Negativrekord aufgestellt. Um die seit Jahren sinkende Zahl an Organspenden zu kompensieren, gewinnen mechanische Möglichkeiten zur Kreislaufunterstützung bis hin zur Implantation von sogenannten Kunstherzen zunehmend an Bedeutung in der Behandlung der Herzinsuffizienz.

Quelle und weitere Informationen: http://www.dgk.org

Foto: Fotolia, Africa Studio

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