55.000 Fahrradunfälle auf dem Schulweg

Die meisten Straßenverkehrsunfälle auf dem Schulweg passieren mit dem Fahrrad. Darauf weisen Unfallkassen und Berufsgenossenschaften hin. Laut Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ereigneten sich 2014 rund 55.000 behandlungsbedürftige Schulwegunfälle im Straßenverkehr. Rund die Hälfte davon (27.389) waren Unfälle mit dem Fahrrad. Damit liegen Radunfälle weit vor anderen Formen der Verkehrsbeteiligung wie Pkw-Fahrten (9.679), Gehen (5.082), Fahrten mit dem motorisierten Zweirad (4.899), mit dem Schulbus (2.165) oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln (1.597).

„Wenn man bedenkt, dass laut Erhebungen nur rund einer von sieben Versicherten den Schulweg mit dem Fahrrad zurücklegt, ist die Zahl der Radunfälle bedenklich“, sagt Dr. Walter Eichendorf. Zwar endeten nur wenige Schulwegunfälle mit Behinderung oder Tod, „aber eine ärztliche Behandlung hat jeder dieser Unfälle nach sich gezogen. Nicht zu vergessen den Schreck für die Eltern, wenn sie hören, dass ihr Kind einen Unfall hatte.“

Vor diesem Hintergrund appelliert der stv. Hauptgeschäftsführer der DGUV und Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats an Eltern, das Rad gemeinsam mit ihren Kindern auf seine Verkehrstüchtigkeit zu prüfen und stets einen Fahrradhelm zu tragen. Zudem sollten sie den Weg einüben und über Risiken auf dem Schulweg sprechen: „Dazu gehört auch der Hinweis, Smartphone und Musikkopfhörer beim Fahren nicht zu benutzen.“ Eichendorf warnt auch vor Überschätzung: Oft sehe es aus, als ob schon Kinder im Grundschulalter sich ganz sicher auf dem Fahrrad bewegen. Aber der Straßenverkehr erfordert eine besondere Aufmerksamkeit. Es sei deshalb ratsam, Kinder nicht vor Abschluss der Fahrradprüfung in der vierten Klasse selbständig den Schulweg mit dem Fahrrad zurücklegen zu lassen.

Check für ein verkehrssicheres Fahrrad

  • Bremsen: Die Bremsgriffe sollten die Räder fest fixieren und den Lenker auch bei kräftigem Ziehen nicht berühren. Die Bremsschuhe sollten über mindestens 0,4 cm Bremsbelag verfügen, stabil sitzen und bei Felgenbremsen exakt auf der Felge aufsetzen.
  • Licht: Jedes Fahrrad benötigt ein dynamobetriebenes Vorder- und Rücklicht (Batterieleuchten in Ausnahmefällen) mit jeweils integriertem oder zusätzlichem Reflektor.
  • Montage: Alle Schrauben müssen angezogen sein, insbesondere an Achsen, Lenker, Bremsen, Pedalen und Sattel. Beide Räder sollten sich ungehindert drehen. Wenn sie „eiern“ oder „ausschlagen“, müssen sie zentriert werden. Die Zahnkränze sollten kantig und symmetrisch geformt, die Kette sauber (Fensterputztuch), geölt und gespannt sein.
  • Reifen: Die Reifen sollten immer fest aufgepumpt (Standpumpe) und mit dem Finger nicht eindrückbar sein, da sie andernfalls erhöhten Fahrwiderstand verursachen, rasch verschleißen und in Kurven abknicken. Ältere Reifen werden mit 2–3 bar, neuere mit 3–4 (breit), 5–6 (Trekkingreifen) bzw. 8 bar (Rennrad) aufgepumpt. Sie sollten über ausreichend Profil verfügen, keine Risse und Löcher aufweisen und nach spätestens vier Jahren ausgetauscht werden.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de, DGUV, FKM


Foto: Fotolia, © Gerd Reiber

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