Höchstens 50 g Zucker täglich

Eine Portion Schokomüsli, ein gezuckerter Kaffee und ein Glas Limonade: Bereits damit ist häufig die höchstens empfohlene tägliche Zuckerzufuhr überschritten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), die Deutsche Adipositas-Gesellschaft e. V. (DAG) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft e. V. (DDG) veröffentlichten gemeinsam ein Konsensuspapier zur maximalen Zuckerzufuhr. Damit schlossen sie sich der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an und sprechen sich für eine maximale Zufuhr von weniger als 10 % der Gesamtenergiezufuhr aus. Bei 2.000 kcal/Tag entspricht dies 50 g freiem Zucker. Dazu zählen Zucker, die Hersteller oder Verbraucher Lebensmitteln zusetzen, aber auch natürlich vorkommende Zucker in Honig, Sirup und Fruchtsaftgetränken. Im Übermaß fördern sie u. a. Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2, kardiovaskuläre Erkrankungen und Karies.

Zwischen 15 und 80 Jahren liegt die Zufuhr freier Zucker laut Studien bei 14 % (Frauen) bzw. 13 % (Männer) der Energiezufuhr. Das entspricht 61 bzw. 78 g/Tag. Kinder und Jugendliche konsumieren bis zu 17,5 %. Um die Richtwerte einzuhalten, müsste die aktuelle Zufuhr um mindestens ein Viertel gesenkt werden.

Ein großer Anteil des Zuckers stammt aus Süßwaren (36 %) und zuckerhaltigen Getränken wie Fruchtsäften und Nektaren (26 %) sowie Limonaden (12 %). Insbesondere zuckerhaltiger Getränke können rasch zu einem Energieüberschuss und damit Körpergewicht und Krankheitsrisiken steigern. Sie erreichen nicht nur einen Zuckergehalt von etwa 100 g/l, sondern bleiben auch ohne Sättigungseffekt.

Die DGE empfiehlt Verbrauchern in ihren 2017 aktualisierten „10 Regeln für eine vollwertige Ernährung“, Zucker generell einzusparen, z. B. durch Reduzierung stark verarbeiteter und zuckergesüßter Lebensmittel und Ersetzen gesüßter Getränke durch Wasser oder ungesüßte Tees. Kinder sollten sich erst gar nicht an eine hohe Zuckerzufuhr und den damit verbundenen Süßgeschmack gewöhnen - wie es z. B. durch gesüßte Frühstücksmüslis geschieht. Speziell für Kinder beworbene Lebensmittel sind oft stark zuckerhaltig und dann besonders belastend.

Das Konsensuspapier finden Interessierte unter http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Stellungnahmen/2018/20181220Konsensuspapier_Zucker_DAG_DDG_DGE_2018.pdf.

Quelle: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Foto: © freeman83

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