Frankreich: Warnung vor Paracetamol-Überdosierung

Paracetamol ist das meistverkaufte Schmerzmittel in Deutschland und vorwiegend rezeptfrei erhältlich. Es wird nicht nur als Monopräparat verkauft, sondern findet sich z. B. auch in Grippemitteln. Vielen Verbrauchern ist dies nicht bewusst. Doch zum einen wirkt das Mittel rein symptomatisch, schaltet also das Alarmsignal (Schmerz) statt seiner Ursache aus (z. B. Infektion, Bewegungsmangel, Fehlbelastung, Stress). Zum anderen gefährdet es die Leber und kann diese bereits ab einer einmaligen Dosierung schädigen.

Wie das Arznei-Telegramm mitteilt, ordnete daher die französische Arzneimittelbehörde ANSM jetzt binnen einer Frist von neun Monaten hervorgehobene Warnhinweise auf Arzneimittelpackungen an. „Paracetamolpräparate sollen demnach künftig auf der Vorderseite der Packung den rot eingerahmten und mit einem Warnsymbol versehenen Aufdruck „Überdosierung = Gefahr“ tragen. Für Monopräparate ist außerdem der Zusatz vorgesehen, dass ein Überschreiten der Dosis die Leber schädigen kann, für Kombinationspräparate, dass keine anderen paracetamolhaltigen Arzneimittel gleichzeitig anzuwenden sind“, so die Experten. In einer Umfrage der ANSM hatten sich 97 % der Teilnehmer für einen Warnhinweis vor Überdosierungen auf Paracetamolpackungen ausgesprochen.

„Im Hinblick auf eine versehentliche Einnahme zu hoher Dosierungen stufen wir insbesondere rezeptfreie Erkältungsmittelkombinationen als problematisch ein, da sie häufig Paracetamol enthalten, ohne dass dies für Anwender unmittelbar ersichtlich ist. Werden gleichzeitig Monopräparate zur Schmerzlinderung oder Fiebersenkung eingenommen, können leberschädliche Gesamtdosierungen erreicht werden.“

In Deutschland muss lediglich der allgemeine Hinweis „... nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben“ vermerkt sein. Den Firmen wurde für die Umstellung eine Frist von zwei Jahren eingeräumt.

Quellen: www.fkm-verlag.com; www.arznei-telegramm.de

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