Fieber bei Kindern: Stirn- und Ohrthermometer ungenau

Die Technik zur Fiebermessung entwickelt sich immer weiter: Das Fieber kann an der Stirn, am Eingang des Gehörgangs, unter dem Arm, im Mund und im After gemessen werden. Doch zeigte eine dänische Studie, dass für Kinder die rektale Messung, d. h. am Darmausgang, mit einem digitalen Fieberthermometer am sichersten ist.

„Die meisten digitalen Thermometer können die Temperatur unter dem Arm, im Mund oder im After messen. Unter den Achselhöhlen ist die Messung am wenigsten exakt und deshalb nicht zu empfehlen.“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler vom Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Wollen Eltern das Fieber im Mund messen, kann dies für kleinere Kinder eine Herausforderung darstellen. „Sie dürfen für ein paar Minuten nur durch die Nase atmen, den Mund nicht öffnen und auch nicht auf das Thermometer beißen. Da das Fieberthermometer unter der Zunge weit nach hinten in den Mund geschoben werden soll, kann dies bei einigen Kindern evtl. einen Würgereiz auslösen. Vor der Prozedur sollte das Kind mindestens 15 Minuten nichts gegessen oder getrunken haben“, so der Experte. Auch digitale Schnullerthermometer sind wenig genau und schwer zu handhaben.

Ohrthermometer (ab 6 Monaten) und Stirnthermometer messen mit einem Infrarotsensor die abgegebene Körperwärme. Der Studie zufolge sind die Geräte allerdings deutlich ungenauer als Fieberthermometer am After. Fegeler empfiehlt dazu: „Schmieren Sie die Spitze des Thermometers mit Vaseline ein, damit das Thermometer besser gleitet. Legen Sie Ihr Baby auf den Rücken – ältere Kinder können sich auf die Seite legen –, heben Sie die Oberschenkel an und führen Sie das Thermometer 1,3 bis 2,5 Zentimeter in den Enddarm ein. Bei Widerstand stoppen Sie sofort. Halten Sie das Thermometer locker in seiner Position, bis der Signalton kommt. Lassen Sie Ihr Kind niemals unbeaufsichtigt, während Sie seine Temperatur messen. Reinigen Sie die Spitze des Thermometers vor und nach jedem Gebrauch mit Alkohol oder Seife und lauwarmem Wasser, und spülen Sie es anschließend mit kaltem Wasser ab.“

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de

Foto: © Anke Thomass - stock adobe

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