Erfülltes Liebesleben durch passenden Partnergeruch

Menschen suchen bei der Partnerwahl nicht nur die visuellen Reize, sondern folgen vor allem ihrer Nase. Dabei ist Designerduft bei der Partnerwahl weniger entscheidend als der natürliche Duft von Mann und Frau. Denn dieses „Parfum naturel“ liefert quasi ein Spiegelbild unseres Genpools. Das unterstreichen auch die Ergebnisse der Forschungsarbeit von Jana Kromer an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden.

Es ist mehr als nur eine Laune der Natur, dass wir alle ganz unterschiedliche Duftstoffe ausdünsten. Diese sind nicht jedermanns Sache, aber in aller Regel findet sich zu jeder speziellen Variante ein sinnlicher Genießer. Dabei erscheint uns die Note am attraktivsten, die uns relativ große genetische Unterschiede signalisiert: Gegensätze ziehen sich an. „Es zeigte sich die Tendenz, dass Paare, die in den HLA-Allelen Klasse I nicht übereinstimmen (Allele sind unterschiedliche Genausprägungen, A. d. R.), den Körpergeruch und die Sexualität besser bewerten als Paare, die gleiche HLA-Allele besitzen“, so die junge Wissenschaftlerin. „Auch ich bin davon ausgegangen, dass das Sozialverhalten und die Liebe ganz einfach nach einem Zufallsprinzip funktionieren, dann finden zwei Menschen sich interessant und es passt oder eben nicht.“ Doch wie sich auch hier zeigte, überlässt die Natur wenig dem Zufall.

HLA-Proteine der Klasse I und II finden sich als Immunrezeptoren an den Zelloberflächen und lassen sich geruchlich wahrnehmen. „Der Geruchssinn arbeitet hier im Unterbewusstsein und übernimmt teilweise die Steuerung bei der Partnersuche“, erklärt Jana Kromer. Mann und Frau erschnüffeln sich so unbewusst ihren idealen Liebhaber, mit dem sie aufgrund unterschiedlicher Erbanlagen die gesündesten Nachkommen zeugen können.

Denn eine größere Vielfalt bedeutet auch bessere Chancen, sich auf Krankheiten einzustellen, körpereigene Heilungsprozesse zu organisieren und Mutationen abzuwehren. Konkret heißt das: weniger Infekte, weniger Autoimmunerkrankungen, weniger Allergien.

Insgesamt wurden für die Untersuchung über 250 Paare zwischen 18 und 60 Jahren befragt, wie zufrieden sie mit ihrer Beziehung sind, ob sie einen Kinderwunsch haben und wie aufregend sie ihr gemeinsames Sexualleben finden. Den Versuchspersonen wurde dann eine Speichelprobe entnommen und die fraglichen Gene miteinander verglichen. Je unterschiedlicher ihre untersuchten Gene waren, desto mehr Anziehungskraft übten die Partner aufeinander aus. Allerdings veränderte sich diese Wirkung bisweilen, beispielsweise durch die Einnahme der Pille.

Quelle: https://www.uniklinikum-dresden.de

Foto: © Gina Sanders, Fotolia

Zurück