Die zehn größten Fehler beim Abnehmen

Mehr als die Hälfte der Deutschen ist zu dick. Gleichzeitig boomt die Diätindustrie. Doch Abnehmen erfordert keine Schlankheitsprodukte, sondern vor allem eine neue Einstellung zu sich selbst. Viele Betroffene gehen zu verbissen an die Sache heran oder übersehen das Wichtigste. Trotz großer Mühen geht das Gewicht nicht zurück. Meistens steckt mindestens einer der folgenden zehn Fehler dahinter.

1. Nur die Waage zählt

Wer sich täglich wiegt, wird oft enttäuscht und gibt bald auf. Denn das Gewicht fällt nicht oder kaum, obwohl alle Diätregeln eingehalten werden. Was viele aber vergessen: Das Gewicht wird unter anderem auch von Wassergehalt, Muskelmasse und gerade aufgenommener Nahrung bestimmt und gibt keineswegs den Fettanteil wieder, um den es geht. So kann es allein über den Tag um 1,4 kg schwanken.

Wer sich häufiger bewegt, baut außerdem Muskelmasse auf, die das Abnehmen verlangsamt. Doch genau dies ist erwünscht. Denn Muskeln verbrennen Kalorien, halten den Körper aufrecht und den Stoffwechsel gesund. Daher sollten Sie neben dem Körpergewicht immer auch Hüft- und Taillenumfang messen und sich regelmäßig fotografieren.

2. Ich will sofort abnehmen

Erwarten sie keine zu schnelle Gewichtsabnahme, diese würde auch Ihren Körper belasten und zu einem Jo-Jo-Effekt führen. Ein halbes Kilo pro Woche ist das Maximum. Ebenso sollten Sie keine unrealistische Figur anstreben: In den Medien geistern unrealistische Schönheitsideale herum, die mit keiner Diät und keinem Sportprogramm zu erreichen sind. So halten sich viele Menschen noch für übergewichtig, die schon lange Normal- oder sogar Untergewicht haben. Setzen Sie sich daher langfristige, moderate Ziele, die Ihrem Körper entsprechen.

3. Nahrungskalorien unterschätzen

Die meisten Menschen unterschätzen ihre tägliche Kalorienaufnahme und vergessen gerne auch Snacks bei ihrer Kalorienbilanz. Auch vermeintlich gesunde Nahrungsmittel wie Obst, Fruchtsäfte oder Nüsse (60 % Fett) schlagen zu Buche, ebenso wie versteckte Fette und Zucker. Wer abnehmen will, sollte daher auch die Zutatenliste und Nährwertangaben auf Lebensmittelverpackungen lesen. Denn häufig sind große Mengen Zucker oder versteckter Fette enthalten – auch in angeblich gesundheitsfördernden Produkten wie Frühstücksmüslis. Nur wer weniger Kalorien aufnimmt, als er verbraucht, kann abnehmen.

4: Sport überschätzen oder übertreiben

Angeblich lässt Sport die Fettreserven dahinschmelzen. Doch wer eine halbe Stunde joggt, verbrennt nur rund 40 g Fett, wovon etwa die Hälfte mit der nächsten Mahlzeit wieder aufgenommen wird. Daher sind 50 solcher Einheiten erforderlich, um 1 kg Fett loszuwerden. Doch deshalb sollte niemand enttäuscht aufgeben: Sport und tägliche Bewegung machen Sie deutlich gesünder und bauen Muskeln auf. Lange lockere Einheiten wie mehrstündiges Wandern oder Radfahren können tatsächlich größere Fettmengen verbrennen. Hier kommt es auf Regelmäßigkeit an. Überlasten Sie sich dabei nicht mit übertriebenen Sporteinheiten: Dies würde den Körper stressen und Sie bald zum Aufgeben bringen. Die größten Erfolge beim Abnehmen werden durch eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining verzeichnet.

5: Zu wenig Ballaststoffe

Weil man sie gut kauen muss, sie im Magen aufquellen und die Magenentleerung verzögern, sättigen lösliche Ballaststoffe aus Getreide, Hülsenfrüchten und Gemüse gut und andauernd. Der Blutzuckerspiegel steigt langsamer an – das verhindert Heißhungerattacken. Zudem steigt die Fettausscheidung.

6. Zu wenige Proteine

Während einer Diät sollte man viele Proteine – z. B. Ei und Hülsenfrüchte – essen. Diese können den Gewichtsverlust unterstützen, da sie für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl sorgen und die wichtigen Muskeln aufbauen.

7. Fettreiche Low-Carb-Diät

Low-Carb-Diäten werden stark beworben. Dabei wird auf Kohlenhydrate verzichtet, um schnell abzunehmen. Tatsächlich kann das Appetitempfinden zurückgehen, ebenso die Ausschüttung von Insulin, das die Fettspeicherung im Körper steigert. Doch häufig steigt durch den Kohlenhydratverzicht der Fettanteil der Nahrung – also Fleisch, Käse und Sahne statt Kartoffeln, Reis und Bohnen. Hierdurch nehmen Sie zu statt ab.

8. Zu viele Mahlzeiten am Tag

Glaubt man Ratgebern, so soll man fünf oder mehr Mahlzeiten pro Tag zu sich nehmen. Doch der häufige Nahrungsreiz kann Nahrungsaufnahme und Appetit steigern. Daher sollte man eher der Intuition folgen. Wer sich mit drei täglichen Mahlzeiten wohlfühlt, ist damit gut beraten. Auch die Empfehlung einer üppigen Morgen- und dürftigen Abendmahlzeit hat sich nicht wissenschaftlich bestätigt und ist eher Typsache: Während einige morgens nur schwer etwas essen können, kommen andere ohne ein gutes Frühstück nicht in die Gänge.

9. Kalorien trinken

Viele Menschen übersehen: Häufig ist nicht das Essen, sondern das Trinken für Übergewicht verantwortlich. So enthält 1 l Fruchtsaft oder Bier so viele Kalorien wie eine halbe Mahlzeit, Alkohol fast so viel wie reines Fett. Auch der tägliche Kaffee kann durch Milch, Sahne und Zucker zur Kalorienbombe werden.

10. Junkfood

Studien beweisen, dass industriell verarbeitete Lebensmittel oft zu Übergewicht und anderen gesundheitlichen Problemen führen. Greifen Sie daher lieber zu natürlichen, frischen Lebensmitteln, die ohne Zusätze produziert werden. Sie sind im Schnitt vitaminreicher und kalorienärmer und unterstützen eine bewusste und gesunde Ernährung.

Quelle: EAT SMARTER, Portal für ausgewogene Ernährung, Fitness und Gesundheit, www.eatsmarter.de

Foto: Fotolia, miunicaneurona

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