„Die Deutschen lieben Gesundheit-Apps“

Nach einer repräsentativen Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom e.V. nutzten schon 2016 31 % der Bundesbürger ab 14 Jahren Fitness-Tracker zur Aufzeichnung von Gesundheitswerten. 18 % setzten auf Fitnessarmbänder, 13 % auf Smartphones mit Fitness-Apps und 6 % auf Smartwatches. Jedes Jahr steigt die Zahl der Nutzer um mehrere Prozentpunkte an.

Die häufigsten per Fitnesstracker erhobenen Werte sind Körpertemperatur, Körpergewicht, Schrittzahl und zurückgelegte Strecke. „Fitnesstracker sind Lifestyle-Geräte, die gern von den Jüngeren und Gesunden genutzt werden“, so Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder. „Das größte Potenzial von Wearables liegt künftig in der Prävention von Krankheiten und in der medizinischen Versorgung von Patienten.“ So würden 75 % aller Befragten im Krankheitsfall ihre mit einem Fitnesstracker gemessenen Vitalwerte an ihren Arzt übermitteln.

Die Daten korrespondieren mit der European Study on the Digitalisation of the Healthcare Pathways vom August 2019. Befragt wurden dazu 1.200 Verbraucher und 35 Gesundheitsexperten aus mehreren Ländern. 81 % der Teilnehmer glauben, dass vor allem Langzeiterkrankungen wie Diabetes mithilfe vernetzter digitaler Lösungen besser behandelt werden können. 59 % sind der Ansicht, dass sich durch den Einsatz vernetzter Geräte wie Fitnessuhren und die Auswertung von Bewegungs-, Ernährungs- und Schlafdaten durch Apps die Prävention und Behandlung von Krankheiten deutlich verbessern ließe. 53 % sehen zudem Potenzial für mehr Patientenorientierung und Services, z. B. durch Arztsprechstunden per Smartphone oder Tablet.

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) weist jedoch darauf hin, dass die über 100.000 verfügbaren Gesundheit-Apps keinerlei verbindlicher Qualitätskontrolle unterliegen. „Um die Qualität einer App bewerten zu können, müsste man beispielsweise auf ihre Zweckmäßigkeit, ihr Risikopotenzial, ihre ethische Unbedenklichkeit und auf ihre inhaltliche Validität achten“, so die AWMF.

Quelle: Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Foto: © alexey_boldin - stock adobe

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