Diabetes: Herzinfarkt und Schlaganfall häufigste Todesursache

Diabetes kann zwar behandelt werden, ist aber nicht heilbar und bis heute mit hohen Risiken verbunden: Etwa drei Viertel aller Betroffenen sterben an akuten Gefäßverschlüssen, vor allem am Herzinfarkt, gefolgt von Schlaganfall. Denn Diabetes mellitus zieht auch Herz und Blutgefäße in Mitleidenschaft.

Koronare Herzkrankheit und periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) treten vor allem bei Diabetes Typ 2 auf, betreffen aber auch viele langjährig an Diabetes Typ 1 erkrankte Menschen. Beiden Diabetes-Typen gemeinsam ist, dass Herzerkrankungen bei Betroffenen häufig zu spät festgestellt und behandelt werden. Umgekehrt weisen viele Herzkranke auch einen unerkannten Diabetes auf. „Generell sind Menschen mit Diabetes von kardialen Erkrankungen gehäuft betroffen. Umgekehrt sind Störungen des Glukosestoffwechsels bei über der Hälfte aller Herzkranken die Regel. Die beiden Erkrankungen fördern sich gegenseitig“, so Professor Dr. med. Nikolaus Marx, Direktor der Medizinischen Klinik I, Klinik für Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum Aachen.

Da Herzerkrankungen bei Menschen mit Diabetes die Prognose und Lebenserwartung deutlich verschlechtern, ist es wichtig, sie möglichst früh festzustellen und zu behandeln: „Allerdings sind zum Beispiel Symptome einer Koronaren Herzerkrankung bei Menschen mit Diabetes mellitus häufig untypisch“, erklärt Professor Marx. „Aus diesem Grund ist eine enge Zusammenarbeit von Diabetologen und Kardiologen in der Diagnostik unabdingbar“. Auch die anschließende Behandlung sei bei Menschen mit Diabetes oft anders als bei stoffwechselgesunden: „Das gilt für die Einstellung bestimmter Werte wie etwa des Blutdrucks, aber auch für chirurgische Eingriffen wie eine Bypass-Operation.“

Wer unter Diabetes und einer Herzerkrankung leidet, hat darüber hinaus oftmals eine eingeschränkte Nierenfunktion. Etwa 40–50 % aller Menschen mit Diabetes entwickeln bei schlechter Einstellung im Verlauf ihrer Stoffwechselerkrankung eine „diabetische Nephropathie“ (Nierenschädigung). „Somit müssen Herzerkrankungen bei Menschen mit Diabetes nicht nur durch eine interdisziplinäre Versorgung von Kardiologen und Diabetologen erfolgen, sondern darüber hinaus häufig weitere Fächer wie zum Beispiel Nephrologen, miteinbeziehen“, erklärt Professor Andreas Hamann, Kongresspräsident der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft.

Quelle und weitere Informationen: www.diabeteskongress.de

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