Demenz rückläufig: 85-Jährige geistig immer fitter

Jeder Zweite befürchtet eine Demenzerkrankung im Alter. Doch entgegen der allgemeinen Wahrnehmung sind prozentual immer weniger Menschen davon betroffen. So belegten Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig einen Rückgang der Neuerkrankungen in westlichen Industrieländern. Demnach erkranken Menschen, die heute 85 Jahre alt sind, seltener an Demenz als 85-Jährige der Vorgängergeneration. Die weitere gute Nachricht: Das Risiko, an Demenz zu erkranken, ist beeinflussbar. Somit ist Prävention möglich.

Denn der tendenzielle Rückgang in den westlichen Industrieländern wird insbesondere vermehrter Bildung und komplexeren beruflichen Anforderungen sowie einer besseren Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen chronischen Erkrankungen zugeschrieben. „Mehr Bildung und fordernde berufliche Tätigkeiten erhöhen die Widerstandsfähigkeit des Gehirns gegen dementielle Erkrankungen“, erklärt Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller, Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health an der Universität Leipzig. Gleichfalls können Diabetes oder Bluthochdruck, die im engen Zusammenhang mit Demenzerkrankungen stehen, heute besser behandelt werden. Grundsätzlich gilt: „Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung, geistiger und sozialer Aktivität, Nichtrauchen und ausgewogener Ernährung hilft, nicht nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, sondern auch Demenz“, ergänzt Riedel-Heller. Demenz ist bislang nicht heilbar, deshalb kommt der Prävention eine besondere Bedeutung zu.

Dennoch steigt die absolute Anzahl an Betroffenen vor allem durch die höhere Lebenserwartung weiter an. So bleibt Demenz trotz des Rückgangs des individuellen Risikos eine der größten globalen Herausforderungen im 21. Jahrhundert.

Quelle: www.uni-leipzig.de

Foto: koszivu - AdobeStock

Zurück