Augentraining für jeden Tag

Rund 40 Prozent aller Eindrücke nehmen wir mit den Augen auf. Schneller und sicherer als Worte teilen sie uns Informationen mit und bringen uns bei guter Behandlung ein Leben lang sicher durch den Alltag. Mit wenigen Maßnahmen bleibt Ihre Sehkraft länger erhalten.

Ab dem 25. Lebensjahr geht die Sehkraft infolge des sinkenden Sauerstoffumsatzes und Wassergehalts im Körper zurück. Weil auch die Linse, die durch ihre Brechkraft aus einem Lichtwirrwarr erst ein scharfes Bild entstehen lässt, an Flüssigkeits- und Nährstoffversorgung einbüßt, nimmt auch ihre Elastizität und damit die Sehschärfe ab.

Ständige einseitige Anpassungsbewegungen in hoher Frequenz überfordern die sechs Augenmuskeln sowie den für die Ferneinstellung der Linse zuständigen Ziliarmuskel im Auge. Sehschärfe und -genauigkeit lassen damit vorschnell nach: Im ungünstigen Fall erfordert jedes Jahr intensive Bildschirmarbeit eine neue Brille.

Wer seinen Augen immer wieder Erholung gönnt, schädliche Einflüsse fernhält und sie mit Augengymnastik richtig trainiert, kann länger ohne Brille auskommen und im Alter eine hohe Sehkraft bewahren.

Ihr tägliches Augen-Gesundheitsprogramm

Akkommodation: Fixieren Sie Ihren Daumen fünf Sekunden lang auf halber Armlänge und richten Sie den Blick dann ebenso lange in die Ferne. Zehnmal wiederholen.

Augenrelaxen: Öffnen Sie die Augen weit und lassen Sie dabei den Blick in die Ferne schweifen.

Ausleuchtung: Zwar macht schlechte Beleuchtung nicht, wie oft behauptet, die Augen „kaputt“, verlangt ihnen aber durch schlechte Fixierungsmöglichkeiten hohe Anpassungsleistungen ab. Leuchten Sie daher besonders Ihren Arbeitsbereich hell und großzügig aus. Halogenleuchten (ab 50 W) sind dabei Leuchtröhren und Energiesparlampen in der Lichtqualität vorzuziehen. Vermeiden Sie auch direktes oder zu helles Licht sowie Blendeffekte.

Befeuchtung: Gähnen Sie zwischendurch immer wieder herzhaft und schließen Sie danach die Augen für 20 Sekunden – so entspannen und befeuchten sich diese wieder. Zur Augenbefeuchtung können Sie auch blinzeln – erst langsam, dann immer schneller – und dabei den Kopf von rechts nach links drehen.

Bewegen Sie sich dreimal wöchentlich intensiv, zum Beispiel mit Fitnesstraining, Laufen, Wandern, Radtouren oder Nordic Walking. Dies verbessert Durchblutung, Sauerstoff- und Energiestoffwechsel, auch für die Augen.

Tipps für die Bildschirmarbeit: 45–70 cm Entfernung, Oberkante in Augenhöhe, die Bildschirmfläche zum Blick ausgerichtet (leicht nach oben). Spiegelungen vermeiden, Hintergrund nicht zu dunkel oder zu hell, Einstellung der Helligkeit entsprechend der Umgebungsbeleuchtung. Möglichst weniger als 5 Stunden Bildschirmarbeit täglich.

Den Blick schärfen: Betrachten Sie einen Gegenstand in 50 cm Abstand eine gewisse Zeit, schauen Sie danach in die Ferne und wiederholen diese Übung mehrfach.

Diabetes erkennen und einstellen: Der größte Augenfeind unter den chronischen Krankheiten ist die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus, die häufig unerkannt über Jahrzehnte Nerven und Gefäße – auch der Augen – schädigt. Daher sollten Sie ab 35 Jahren alle zwei Jahre Ihre Blutzuckerwerte messen lassen.

Ernähren Sie sich mit frischer und überwiegend vegetarischer Kost, mit reichlich frischem Gemüse, darunter Hülsenfrüchten, Fenchel, Brokkoli, bunten Salaten, verschiedenen Kohlsorten und einmal wöchentlich Fisch. Wählen Sie gesunde Fette, die reichlich ungesättigte Fettsäuren enthalten (zum Beispiel Olivenöl) statt Sonnenblumen- oder Palmöl aus verarbeiteten Produkten oder die belastenden tierischen Fette.

Nichtrauchen ist die erste Maßnahme zum Gefäß- und damit auch Augenschutz. Denn Nikotin führt zur Gefäßverengung und -entzündung, die sich zunächst noch zurückbilden kann, später aber bestehen bleibt. Besonders die empfindliche Netzhaut ist auf eine optimale Durchblutung angewiesen.

Palmieren: Schließen Sie die Augen und decken Sie sie mit den Händen dreimal für 30–60 Sekunden pro Stunde ab, ohne die Lider zu berühren.

Sehkraft stärken: Halten Sie den einen Zeigefinger etwa 15 Zentimeter vor die Nase, den zweiten Zeigefinger circa 15 Zentimeter dahinter und nehmen Sie als dritten Fixpunkt irgendeinen Gegenstand im Raum. Jetzt blicken Sie abwechselnd auf den ersten Zeigefinger, dann auf den zweiten und schließlich auf den Gegenstand. Führen Sie diese Übung ungefähr drei Minuten am Tag durch.

Sonnenbrille: Tragen Sie bei direkter Sonne in den Mittagsstunden, im Gebirge, Schnee oder bei Blendeffekten (zum Beispiel Wasserfläche, Autofahren bei tief stehender Sonne) eine Sonnenbrille mit UV-Schutz (CE- oder besser UV-400-Zeichen am Bügel). Dies beugt Netzhautschäden und grauem Star vor.

Foto: Fotolia, efired

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