Ärzte begrüßen Lebensmittelampel

1.600 Verbraucher wurden im Auftrag von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner zu geeigneten Lebensmittelkennzeichnungen befragt. Als Ergebnis soll nun, so die Ministerin, das neue Label Nutri-Score eingeführt werden. Das Ampelsystem – mir fünf rechteckigen Kästchen auf der Verpackung, vom grünen A bis zum roten E – soll künftig den Einkauf gesunder Produkte erleichtern. Besonders nahrhafte und empfehlenswerte Nahrungsmittel sollen dunkelgrün, in größerer Menge belastende Waren rot gekennzeichnet werden.

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland sind übergewichtig, mit steigender Tendenz. Das Ampelsystem soll als ein Baustein zu einem Kurswechsel beitragen. Der Aufdruck ist allerdings für Hersteller freiwillig und ersetzt nicht die Nährwerttabelle auf der Rückseite.

Neben anderen Verbänden hat auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) die geplante Maßnahme begrüßt. Verbandspräsident Dr. Thomas Fischbach dazu: „Als Kinder- und Jugendärzte begrüßen wir die Einführung des Nutri-Scores. Wir haben ihn lange gefordert. Seine Wirksamkeit ist in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen worden. Eltern werden es künftig leichter haben, ihre Kinder gesund zu ernähren. Allerdings reicht der Nutri-Score alleine nicht aus als Präventionsmaßnahme gegen Adipositas.“

BVKJ-Vizepräsidentin Dr. Sigrid Peter ergänzt: „Wir brauchen so schnell wie möglich ein Werbeverbot für speziell an Kinder gerichtete Lebensmittel, weiterhin darf es den Verkauf von zuckerhaltigen Getränken in Schulen nicht mehr geben, außerdem wünschen wir uns eine Zuckersteuer. Von Adipositas sind hauptsächlich Kinder und Jugendliche aus armen und bildungsfernen Familien betroffen. Hier müssen wir mit gezielter Prävention ansetzen. Wir brauchen explizite Qualitätsstandards für Kita- und Schulessen und auch eine kostenlose Schulverpflegung.“

Quellen: www.text-gesundheit.de, www.kinderaerzte-im-netz.de

Foto: © Korta - stock adobe

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